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SAO - Sekcja Agencji Opieki

Schwarzarbeitende Betreuerinnen aus Polen – warum ist das ein Problem?

Die deutsche Gesellschaft altert in schnellem Tempo und dadurch steigt auch der Bedarf an Altenbetreuung zu Hause massiv. Größtenteils werden polnische Betreuer und Betreuerinnen beschäftigt, die ungeachtet gesetzlicher Regelungen schon öfters schwarz arbeiten.

Ca. 100 000 Polinnen kümmern sich um ältere, kranke Deutsche. Obwohl legale Beschäftigung von ausländischen Haushaltshilfen seit 2004 in Deutschland gesetzlich geregelt ist, gehen Hunderte deutsche Familien auf illegale Lösung ein. Es gilt insbesondere für einkommensschwache Menschen, die sich keine deutsche Betreuerin leisten können, deren Verdienst 4000 Euro monatlich übersteigt. Eine billige Kraft aus Polen scheint der letzte Rettungsanker zu sein.
In der deutschen Presse sind Arbeitsangebote für Altenbetreuerinnen auf Tagesordnung. Die Mehrheit stammt von Agenturen, die ihr Personal illegal beschäftigen. Sie entsenden polnische Betreuerinnen ohne obligatorische Krankenversicherung, ohne Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, ohne jegliche Dokumente und Sozialleistungen.
In der Absicht, 200-300 Euro zu sparen, werden Gefahren und Risiken, die Schwarzarbeit mit sich bringt, übersehen.
Angefangen von Zahnschmerzen, Verletzungen wie Arm- oder Beinbruch, die jedem von uns widerfahren können, bis zu schweren Krankheiten, die uns jeden Moment befallen können – all dies ist mit der Notwendigkeit eines Arztbesuches verbunden.
Medizinische Leistungen sind in Deutschland sehr teuer. Wer wird also die Behandlungskosten begleichen, wenn nicht die Versicherungsanstalt? Eine mittellose Betreuerin aus Polen, die jeden Pfennig spart, um Rechnungen zu bezahlen, Kredite zurückzuzahlen und ihre Familie in Polen zu unterhalten? Oder gerade diese zu betreuende Person, die an der gemeinten Betreuerin Geld sparen wollte?
Sich zu Hause zu verstecken, im Schutz der Dunkelheit den Müll wegzuschmeißen, Angst vor den Nachbarn zu haben, die einen ausliefern könnten, keine Freizügigkeit und Möglichkeit zu besitzen, bloß einen Spaziergang zu machen – kann man unter diesen Umständen normal leben und seine Arbeit effektiv leisten?
Es passiert nicht selten, dass die Betreuerin aus familiären Gründen, wegen Krankheit oder des Todes eines Verwandten sofort in ihre Heimat zurückkehren muss. Und was passiert dann? Wer wird den dem Schicksal ausgelieferten Pflegebedürftigen unter die Arme greifen? Wird er alleine zurechtkommen?
Bedauerlicherweise gehört auch Alkoholmissbrauch bei Betreuerinnen nicht zur Seltenheit. Mit dieser Gefährdung ist nur schwer im Alleingang umzugehen. Es ist von großer Bedeutung, vorausschauend zu denken und alle Szenarien in Betracht zu ziehen: nicht nur scheinbare Vorteile, sondern auch realitätsnahe Nachteile der illegalen Beschäftigung von ausländischen Betreuerinnen. Und die letzten sind bei Schwarzarbeit im Betreuungsbereich unbestritten.

Die Deutschen, die das Betreuungspersonal illegal bei sich beschäftigen, stehen im Widerspruch zu durchgängiger Vorstellung der deutschen Nation als diejenige, die durch ihre Vorliebe für Ordnung, Transparenz und Regelungen bekannt ist.

Allerdings haben die deutschen Beamten Schlüsse gezogen und endlich beschlossen, den Schwarzmarkteigenmächtigkeiten ein Ende zu setzen. Verstärke Kontrollen der Legalität der Beschäftigung sowie die Öffnung des deutschen Marktes für osteuropäische Kräfte tragen dazu bei, dass die bisher Schwarzarbeitenden umdenken und einen legalen Arbeitsvertrag abschließen.

Es unterliegt keinem Zweifel, was die bessere Lösung bietet: gemeinte ein paar Hundert Euro mehr auszugeben und Unterstützung einer professionellen Beschäftigungsagentur in Anspruch zu nehmen.
Somit entwickeln wir das Sicherheitsgefühl – nicht nur bei uns selbst, sondern auch bei der betreuenden Person: dem Unterstützer, dem Helfer und nicht selten dem Schutzengel.